Praktische PPL-C Prüfung

Ein Bericht von Daniel Weise (18)
Prüfer: Werner Rösch
Datum: 29.09.2002 um 14:00 Uhr

Vorgeschichte

Der Tag war gekommen, dass der Ausbildungsnachweis „voll“ war, alle Dokumente beim Regierungspräsidium eingereicht waren und der 50km-Flug absolviert war, sodass die Anmeldung zur praktischen Prüfung abgeschickt werden konnte. Jürgen Mayrhofer empfahl mir, nach etwa eineinhalb Wochen noch einmal beim RP anzurufen, um den Namen des Prüfers zu erfahren. Dies tat ich auch und bekam sogleich die Antwort, dass mein Antrag erst kommende Woche bearbeitet werden würde. Eine Woche später rief ich erneut an und machte etwas Druck, da das Herbstfliegerlager nahte. Tags darauf fand sich auch schon ein Brief in meinem Briefkasten, auf dem die Kontaktadresse des Prüfers stand. Von vielen wusste ich, dass der eigentliche Termin dann etwa ein bis zwei Wochen nach dem Anruf sein würde, und somit ging ich mit dieser Einstellung auch mein Telefonat an. Der „Schock“ war natürlich entsprechend groß, als er mir sagte:

„Aha, einen Termin zur Praktischen ……?.... OK, morgen um 14:00 Uhr bin ich da“ … Uff! Kurz durchatmend stimmte ich zu und aus dem vorgehenden „Schock“ entwickelte sich eine Art „Vorfreude“.

Der Prüfungstag

Ankunft morgens um 09:00 am Flugplatz und Treffen der Vorbereitungen (Flugzeug checken, Papiere holen, usw.). Pünktlich um 14:00 Uhr erschien dann auch Herr Rösch, ein ruhiger Mann mittleren Alters. Die erste Aufgabe war, das Flugzeug zu checken. Ausgerechnet an diesem Tag mussten die Checkblätter ausgehen und Sebastian eilte noch schnell zum Kopierer während ich versuchte, den Prüfer in ein Gespräch zu verwickeln. Die nächste Frage war „sind alle nötigen Papiere und Dokumente mitgeführt?“ Ich hatte diese vorsorglich für diese Frage auf den Startwagen gelegt, leider aber meinte irgendjemand, sie wieder in die Werkstatt zu schleppen, weshalb ich mit aufgezogenen Fallschirm noch einmal losrannte. Als ich dann auch endlich im Flieger saß, erkundigte sich Herr Rösch nach dem Flughandbuch. Obwohl ich wusste, dass ich es liegen lassen hatte, sagte ich „Aber sicher, ganz hinten in der Ecke“ und hoffte, dass er es bis zur Landung vergessen würde... so war es dann glücklicherweise auch.

Die Prüfungsflüge

Da mich das Pech ohnehin den ganzen Tag verfolgte, verwehrte die Winde nach ganzen fünf Schlepps am Morgen ihren Dienst und ich musste drei F-Schlepps bezahlen. Wunsch des Prüfers waren zwei Windenstarts und ein F-Schlepp, was auch meine Geldbörse freundlicher gestimmt hätte. Darauf folgten dann Flugübungen: Kreiswechsel mit 45° Querneigung (Achtung Fahrt!), Links– und Rechtsslip, hochgezogene Fahrtkurve (nicht zu langsam werden!) Rollübungen, Sackflug mit wenig Höhenverlust ausleiten, Slippen im Endteil. Immer schön auf die Luftraumbeobachtung achten, nicht übertreiben aber immer sehr vorsichtig sein – wie es auch sonst sein sollte… ;) Beurteilung des Prüfers. Werner Rösch machte einen sehr ruhigen Eindruck auf mich. Für meinen Geschmack eher schon „zu ruhig“. Zahlreiche Versuche, ihn ein wenig zum Reden zu bringen (Witzchen machen) schlugen fehl und ich kam mir ein wenig doof vor. Gut fand ich, dass er, wenn er nicht vollkommen mit etwas zufrieden war, seine Fluglehrertätigkeit zum Vorschein brachte, indem er erklärte, wie er es haben möchte. Man bekam also immer eine 2. Chance. Direkt bemängelt hatte er nichts. Ich konnte nur in etwa erahnen, was ihm nicht ganz gefiel, als ich manche Übungen in allen 3 Flügen bis zum Vergasen machen musste (Rollübungen), wobei die ASK21 nicht gerade ein rollübungsfreundlicher Flieger ist ;) Ich wünsche allen anderen Flugschülern noch viel Glück bei ihren Prüfungen!

Euer Daniel Weise

     
   
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