
Die Passagiere warteten auf den Start. |
Geschrieben von:
Heinz Fringes
Samstag, der 20. Juni, es wird wohl ein besonderer Tag in meinem Leben bleiben. Auf der „Air Classics“ in Gelnhausen hatte ich das Glück, mit der „Tante JU“ einen fantastischen Rundflug zu absolvieren. Doch fangen wir mal ganz von vorne an. Auf meinem letzten Geburtstag im Mai diesen Jahres bekam ich als Überraschung einen Rundflug mit der „JU 52“ von meiner Familie geschenkt. Die „Tante JU“, wie die Junkers JU52 ach genannt wird, ist wohl das bekannteste Flugzeug in der deutschen Luftfahrergeschichte. Oft habe ich in den 60er Jahren auf Flugzeugtagtagen wie angewurzelt und voller Respekt in den Himmel geschaut und dem lauten und dumpfen Grollen der drei Sternmotorengelauscht. Seit nunmehr als 50 Jahren wollte ich auch mal in einer solchen Maschinen sitzen.
Als ich dann vor einpaar Monaten in der Zeigung las, dass auf der „Air Classics“ in Gelnhausen eine „JU 52“ der JU-AIR aus Dübendorf bei Zürich für Rundflüge gebucht werden kann, habe ich den Wunsch wohl laut und deutlich kund getan, was dann ja auch von meiner Frau und unseren beiden Töchtern als Geburtstagswunsch erkannt wurde. Diese „Ju52“ wurde 1939 gebaut, hat eine Spannweite von 29,25m, eine Länge von 18,90m und hat Platz für 17 Personen. Die drei 9-Zylinder BMW-Sternmotoren leisten ja 650PS. Die Reistgeschwindigkeit beträgt 180km/h. Am 20. Juni 2009 um 16:00 Uhr war es soweit. Mit 16 anderen Fluggästen bestiegen wir die „Tante J“. Wenn man ins Innere der „JU 52“ kommt, ist man erst einmal erstaunt, wie komfortabel diese 70 Jahre alte Maschine doch ausgestattet ist. Das Cockpit wirkt zwar eng aber übersichtlich. Hier hat man wirklich noch den Eindruck, dass das Fluggerät im wahrsten Sinne des Wortes noch vom Piloten selbst gesteuert wird. Die Motoren wurden angelassen und brüllten wie eine losgelassene Löwenmeute mit ohrenbetäubendem Lärm los. Schon nach weniger als 500m hoben wir ab und steuerten in Richtung Frankfurt. Im Westen das Kohlekraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg und die Mainschleifebei Hanau. Hier der Mainbogen in Frankfurt - Fechenheim und dann erst die Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und Hochhäusern. Ein solches Panorama zu sehen, hat man ganz sicher nur sehr selten. Dennzum einen fliegen die großen Passagiermaschinen nicht über Frankfurt und zum anderen nicht wirklich tief und langsam wie die „JU 52“. Nach einem Flug über Hanau, Hasselroth, Meerholz, Altenhaßlau ging es über Eidengesäß hinweg zum Biebergrund. Im Tiefflug geht es über den neuen Ostkreisel in Gelnhausen zurück zum Flugplatz. Die Häuser auf der Alten Leipziger Straße sind zum Greifen nah. Wir sind wieder auf dem Flugfeld in Gelnhausen gelandet und rollen zum Startplatz zurück. Nach 45 Minuten Rundflug sind wir wieder am Flugplatz Gelnhausen eingeflogen. Ein unvergessliches Erlebnis mit der „Tante J“ liegt hinter mir. Ich bin sicher, in dem einen oder anderen Traum sitze ich wieder in der Maschine und fliege noch einmal über Frankfurt und dem Kinzigtal oder war weiß wohin sonst noch…!